Mission-Statement

Die Mitarbeiter der Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum sehen ihre Aufgabe

  • im Gestalten von Anknüpfungspunkten für Menschen, die eine anthroposophisch- geisteswissenschaftliche Vertiefung im Zusammenhang mit der Landwirtschaft in Form von Kursen, Tagungen, individuellen Studienmöglichkeiten und Anregungen für ihre Arbeit auf den Höfen suchen sowie durch die Herausgabe von Schriften
  • in der Pflege von Verbindungen und Beziehungen in Form von Zusammenarbeit mit einzelnen Menschen, den Institutionen der biologisch- dynamischen Bewegung, mit Stiftungen im Umfeld und anderen Berufsfeldern wie Medizin und Pädagogik
  • im verständlich machen -und damit für die Erkenntnis zugänglich- der unterschiedlichen Hintergründe und Bezüge einer anthroposophischen, biologisch-dynamischen Landwirtschaft. Wir wollen, dass diese Erkenntnisse in der Welt für den einzelnen interessierten Landwirt und die Öffentlichkeit sichtbar und auffindbar werden und so einen Beitrag für eine sinnvolle Landwirtschaft leisten können.

Aufgabengebiete

Das Glashaus in Dornach - Sitz der Sektion für Landwirtschaft.

Die Sektion für Landwirtschaft versteht ihre Aufgabe in den folgenden Gebieten:

Landwirtschaftliche Tagung und Jahresthema

Jedes Jahr Anfang Februar treffen sich Landwirte und andere Menschen aus der weltweiten biologisch-dynamischen Bewegung in Dornach an der Landwirtschaftlichen Tagung. Die Landwirtschaftliche Tagung ist eine immer wieder aufs Neue ausbalancierte Synthese von Erkenntnis orientierter Fachtagung, künstlerisch gestaltetem Fest von Bäuerinnen und Bauern und Begegnungen von Mensch zu Mensch. Das Thema der Tagung entsteht aus dem Jahresthema, das vom Vertreterkreis für biologisch-dynamische Landwirtschaft anderthalb Jahre vor der Tagung formuliert wird. In der Regel werden dabei Kernthemen der biologisch-dynamischen Landwirtschaft mit aktuellen Situationen verknüpft. Im Laufe des Jahres führt die Arbeit mit dem Jahresthema zu einer Vertiefung, welche in der Landwirtschaftlichen Tagung ihren Höhepunkt findet.

Seit 2011 hat sich der Schwerpunkt der Tagung von Fachvorträgen auf die Ebene der persönlichen Betroffenheit und des persönlichen Engagements verschoben, wobei die dialogische Gesprächskultur eine zentrale Rolle einnimmt.

Forschung und Entwicklung

Die biologisch-dynamische Landwirtschaft ist in keiner Weise ein statisches System, sondern verlangt Anpassung und Weiterentwicklung für den jeweiligen Betrieb, verschiedene Klimazonen, verschiedene Gesamtsituationen. Daher ist jeder Landwirt auch ein Forscher, im Sinne der Aktionsforschung, in seinem Bemühen, den biologisch-dynamischen Impuls auf seinem Hof zu verwirklichen. Oft jedoch ist dieses Forschungsgeschehen so eng mit der Alltagsarbeit verknüpft, dass es als solches verborgen bleibt und nicht zur Erscheinung kommt. Die Sektion möchte anregen die forscherische Arbeit ans Licht zu bringen.

Die Sektion versteht sich als Zukunftslabor – als ein Ort an dem neue Wege für die Zukunft erprobt werden können. Die Landwirtschaftliche Tagung, verschiedene Kurse und thematische Projekte sind gleichzeitig eine Forschungs- und Lernplattform für die Sektion und für die Teilnehmer. Insbesondere wird die Entwicklung und Bearbeitung von Forschungsfragen im Zusammenhang mit anderen Institutionen und Initiativen angeregt und unterstützt.
In der Grundlagenforschung besteht eine Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut am Goetheanum, dem Forschungsring für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise in Darmstadt/DE, dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in Frick/CH sowie den weiteren biologisch-dynamischen Instituten weltweit.

Bildung und Ausbildung

Die Sektion ist ein Ort der Bildung und Ausbildung. Die hauptsächliche Qualität, die bei allen Bildungsaktivitäten gefördert werden soll, ist die Erlangung innerer Sicherheit. Die Menschen sollen ihre eigene Erkenntnis entwickeln, selbst finden, was für sie und ihre Situation richtig ist und die Sicherheit entwickeln, ihre Erkenntnis auch leben zu können, anstatt Unverstandenes nachzuahmen.

Die Sektion bietet jedes Jahr im Januar die sogenannte "Intensivwoche“ für Verantwortungsträger aus der biologisch-dynamischen Bewegung an. Ziel dieser Intensivwoche ist es, die Initiativen der einzelnen Tätigen in der biologisch-dynamischen Bewegung zu fördern und landwirtschaftliche Themen zu vertiefen. (Siehe auch Veranstaltungen)

Studierende der Naturwissenschaften, Agrarwissenschaften und Kulturwissenschaften sowie Interessenten der goetheanistisch-anthroposophischen Wissenschaftsmethode können an der zweiwöchigen, jedes Jahr im Juli/August stattfindenden, "Sommeruni" teilnehmen. Dabei werden in der ersten Woche die Grundlagen erarbeitet, welche in der zweiten Woche im Lötschental (Wallis CH) angewendet werden können. Geleitet wird die Sommeruni von der Sektion für Landwirtschaft und der Naturwissenschaftlichen Sektion. (Siehe auch Veranstaltungen)

Individualstudiengänge und Projektarbeiten können mit den Mitarbeitern der Sektion verabredet werden.

Koordination und Repräsentanz

Die Sektion hat auch die Koordination und Impulsierung der weltweiten biologisch-dynamischen Bewegung zur Aufgabe. Die Kooperation, der Austausch und die Initiative innerhalb der Bewegung sollen auf einer tiefen Ebene und in der menschlichen Begegnung gefördert werden. Dies geschieht einerseits in den Treffen, welche die Sektion organisiert, andererseits kann diese Qualität, welche die Sektionsarbeit prägt, überall stattfinden.

Die Sektion bemüht sich um eine vermehrte Mehrsprachigkeit. Somit möchte die Sektion von der ganzen Welt aus wahrnehmbar sein und Menschen auf allen Kontinenten und aus vielen Sprachregionen sollen sich dem Sektionsfeld zugehörig fühlen. Die Sektion kann derzeit Anfragen auf Deutsch, Französisch, Englisch und Spanisch bearbeiten.

Aufgabe der Sektion ist es auch, sich für die Zivilisationswirksamkeit der Anthroposophie zu engagieren. Die Sektion bringt daher Anthroposophie und biologisch-dynamisches Gedankengut in andere Initiativbewegungen und durch politisches Engagement in die Gesellschaft ein. Ein Beispiel dieser Arbeit ist der Beitrag der Sektion für die politische Arbeit von ELIANT (http://www.eliant.eu/) bei den Europäischen Institutionen in Brüssel.

Am Ort und Sitz der Sektion besteht ein vernetzter Arbeitszusammenhang von allen drei auf internationalem Feld tätigen Organisationen: Sektion für Landwirtschaft, International Biodynamic Association (IBDA) und Demeter International. Diese neue Entwicklung bedeutet, dass am Sitz der Sektion ein eigentliches Kompetenzzentrum der weltweiten biologisch-dynamischen und Demeter Bewegung entsteht.

Beratung und Auskunft

Die Mitarbeiter der Sektion werden häufig bei Problemen oder Entwicklungsfragen auf biologisch-dynamischen Höfen oder auf Verbandsebenen um Rat gefragt. Aus eigener Kraft bzw. unter Rückgriff auf das weltweite Netzwerk der biologisch-dynamischen Bewegung helfen wir, wo wir können.

Für viele Menschen, insbesondere für Menschen aus Regionen außerhalb Mitteleuropas, ist die Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum die erste Kontaktstelle und der Ansprechpartner. Wir vermitteln in Fragen zur Ausbildung, Praktika und Studium an die entsprechenden kompetenten Fachstellen und Personen, wie z.B. an die Auskunftsstelle des Forschungsrings in Darmstadt.